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Denken Dichten Seele


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von Jürgen Kramer am 20.Sept.2003 12:14

AD 1:
Habe am 12. Sept. meinen Beitrag falsch gepostet. Er sei deshalb hier nachgetragen:

Den "wissenschaftlichen Fortschritt im Denken bzw. Denkfortschritt in den Wissenschaften" gibt es ja garnicht. "Die Wissenschaft denkt nicht" (M.Heidegger, VA 133). Die Wissenschaft rechnet (ebd.). Stichworte des wissenschaftlichen Vorgehens sind Rechnen, Vergegenständlichen, Vorstellen, Sicherstellen.

Was das Denken betrifft so sind zweiMomente zu akzentuieren.
Erstens:
"Cogito" (Ich denke) kann höchst fragwürdig werden. Lichtenberg schrieb: "Es denkt, sollte man sagen, so wie man sagt: es blitzt. Zu sagen cogito ist schon zuviel, sobald man es durch Ich denke übersetzt" (Lichtenberg, Sudelbücher 1983,521). Ähnlich Schelling: "Es denkt in mir, es wird in mir gedacht" (Schelling, Sämtl. Werke, 1956, 121 und Franz von Baader betont: "Ich werde gedacht, also denke ich und bin ich" (Heimsoeth 1967).
Zweitens:
Im Gegensatz zum rechnenden "Denken" der Wissenschaft muß man das "Zueinandergehören von Dichten und Denken" (M.Heidegger, UzS, 237) verzeichnen. Dort ist auch der Anker für das Denken der Kunst als Dichten.

./.

"Religiöse Illustrationen": Z.B. die meisten Engeldarstellungen sind alles andere als Illustrationen, sondern malerische Botschaft von der Botschaft Gottes. Ich möchte mich darüberhinaus sogar zu der gewagten Formulierung versteigen: Kunst, wo sie große Kunst ist, ist immer religiös, religiös hier im Sinne von Besinnung, Beschauung, Übersteigung und/oder Verkündigung. Das soll ja selbstfür den ganz sinnenhaften Impressionismus gelten.

AD 2:

Man kann die Seele nicht so oder so nach eigenem Gusto hinbiegen.
Zur Erläuterung der Dimensionen der Seele hier eine Notiz aus "chrismon":
"In der Bibel ist mit Seele meist das Leben des Menschen gemeint, nicht im Sinne einer körperlichen Funktion, sondern als LEBENSPRINZIP. Der Mensch h a t nicht eine Seele, sondern er i s t eine lebendige Seele. An die Funktion des Gehirns oder des Herzens ist die Seele nicht gebunden. Der Begriff "Seele" gleicht eher dem, was man heute unter Ganzheitlichkeit und Identität versteht. Nach dem Katechismus der katholischen Kirche (1993) ist die Seele von Gott geschaffen und unsterblich: Sie geht nicht zugrunde, wenn sie sich im Tod vom Leibe trennt, und sie wird sich bei der Auferstehung von neuem mit dem Leib vereinen." Nach dieser Vorstellung schäft die Seele zwischen Tod und Auferstehung."
Ergänzend siehe zum Begriff der Seele auch "Seele" in: Adolf Baumann, ABC der Anthroposophie, Schaffhausen 1998, S225 f.




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